„Miteinander – Füreinander“ – neues Förderprogramm

„Miteinander – Füreinander“ – Das neue Förderprogramm für die Mehrgenerationenhäuser kommt 2021! Neue Aufgaben warten.

Bereits kurz vor Ostern und mitten im Corona-Lockdown kamen die ersten guten Nachrichten aus Berlin: Für die Mehrgenerationenhäuser in Deutschland wird es ein Anschlussprogramm geben. Alle bestehenden Häuser können sich ab Sommer auf eine neue Förderperiode bewerben, die das Weiterbestehen der Arbeit sichern soll.

Am 28. Mai 2020 wurden dann die Förderrichtlinien für das Anschlussprogramm „Miteinander-Füreinander“ ab 2021 im Rahmen einer bundesweiten Telefonkonferenz veröffentlicht.

Der Bundeszuschuss soll von Beginn an 40.000,- € betragen. Das sind 10.000,00 € mehr als im Vorgängerprogramm. Die Laufzeit soll erstmals über 8 Jahre gehen. Das alles natürlich vorbehaltlich haushaltsrechtlicher Planungen bzw. Beschlüsse.

Eckpunkte des neuen Bundesprogramms „Miteinander-Füreinander“ bzw. a neue Aufgaben für die Mehrgenerationenhäuser sind:

·      Engagementförderung in strukturschwachen und ländlichen Regionen 

·      Stärkung des sozialen Zusammenhalts 

·      Demokratisierung 

·      Vermittlung der Möglichkeiten der Nutzung digitaler Medien 

·      Stärkere Abstimmung und Kooperation mit den Standortkommunen über die Schaffung bedarfsgerechter Angebote 

·      Qualitätssicherung   

Am 01. August wird dann die Antragsstellung für die Mehrgenerationenhäuser starten mit Frist 30. September 2020.

Auch das Mehrgenerationenhaus in Lemgo wird sich auf die neue Förderung bewerben. Eine unverzichtbare Voraussetzung ist auch bei diesem Anschlussprogramm, dass sich die Kommunen verpflichten, sich finanziell zu beteiligen. Erste Gespräche mit der Alten Hansestadt und dem Kreis Lippe haben bereits stattgefunden und lassen hoffen, dass aufgrund der guten Zusammenarbeit der letzten Jahre auch diese Hürde genommen werden kann.

Ein Haus im Dornröschenschlaf

Wie viele andere soziale Treffpunkte musste auch das Mehrgenerationenhaus mit Beginn des Corona-Lockdowns seine Türen für den Publikumsverkehr schließen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten weitestgehend von zu Hause aus, alle Beratungsangebote wurden ausschließlich telefonisch durchgeführt. Das Begegnungscafé blieb geschlossen. Sprachgruppen fanden nicht statt.

Doch es gab auch in den Zeiten des äußeren Stillstands kleine Initiativen, die Lebenszeichen in die Stadt sendeten. Einige Geflüchtete und ihre Pat*innen erklärten sich bereit, Mund-Nasenschutz zu nähen. Das Mehrgenerationenhaus erhielt eine große Stoffspende, und damit war auch das nötige Material in ausreichender Menge vorhanden und der Produktion von einfachen Community-Masken stand nichts mehr im Weg. Kirchengemeinden und die Ausgabestelle der Tafel konnten auf diese Weise mit kostenfreien Schutzmasken versorgt werden.

Lemgo.app

Außerdem ist das Mehrgenerationenhaus im Rahmen der Zusammenarbeit mit Smart Countrysite verantwortlich für die Internetseite „Lemgo.app“ und die App „Dorffunk“. In diesen Internetangeboten haben alle Lemgoer Vereine und Bürgerinitiativen die Möglichkeit, aktuelle Hinweise zu ihrer Situation zu veröffentlichen.

Mit den Lockerungsmaßnahmen ab Mitte Mai konnte sich das Team daran machen, zu überlegen, wie das Haus in Zeiten von Corona seine Aufgaben wahrnehmen kann. Es war schnell klar, dass unter Coronaschutzmaßnahmen an einen Regelbetrieb in den kleinen Räumlichkeiten nicht zu denken war. Kreativität und der Mut zu kleinen Schritten ist nun gefragt.

Beratungen ab Juli 2020 – Corona angepasst

Als erstes werden ab Juli die Beratungsangebote wieder regulär stattfinden. Dafür werden die ehemaligen Räumlichkeiten der Beratungsstelle des Weißen Kreuzes im zweiten Stock coronasicher ausgestattet. Hier finden die Angebote der Flüchtlingshilfe, des AWB e.V. und der Herberge zur Heimat ein neues Zuhause. Außerdem wird die Migrationsberatung des DRK als neuer Partner in die Räumlichkeiten einziehen.

Ebenfalls im Juli wird ein Bildungsangebot für pflegende Angehörige nachgeholt, das coronabedingt unterbrochen werden musste.

Außerdem sollen wieder Treffen und Angebote kleiner fester Gruppen im Haus möglich sein. Das sind sowohl Angebote von Kooperationspartnern wie dem DRK, aber auch Selbsthilfe- und Sprachangebote.

Wie viele andere Anbieter muss auch das Mehrgenerationenhaus in diesen Zeiten auf Sicht fahren. Planungen reichen nur bis Ende August. Wie es ab September vor allem mit den Begegnungsangeboten weitergehen kann, ist derzeit nicht abzusehen. Dennoch sind wir überzeugt, dass es uns gelingen wird, den Charakter der Arbeit auch unter den Bedingungen einer Pandemie zu erhalten und das Miteinander der Generationen und Kulturen in Lemgo weiterhin zu stärken.